Jobangebote in Redaktion und Lektorat
Der Arbeitsmarkt in den Bereichen Redaktion und Lektorat ist im Umbruch: Unbefristete Festanstellungen werden seltener, die Konkurrenz hingegen immer größer. Nach wie vor drängen viele Journalisten und Geisteswissenschaftler auf den Markt. Mehr als je zuvor gilt es für Redakteure und Lektoren, sich immer neuen Erfordernissen anzupassen, Weiterbildungsmöglichkeiten zu finden und wahrzunehmen und auch in Bezug auf neue Technologien flexibel zu sein.
Redaktion: Der klassische Redakteur ist selten geworden
Der Manteltarifvertrag für Journalistinnen und Journalisten regelt die Vergütung für Redakteure bei unterschiedlichen Medientypen. Mit Entscheidungs- und Führungsaufgaben ausgestattete Redakteure, die 15 Jahre oder länger im Beruf sind, erhalten in Tageszeitungsredaktionen nach dem Tarifvertrag ein Jahresgehalt von rund 68.000 Euro. Immer weniger Verlage sind jedoch tarifgebunden, gleichzeitig arbeiten immer mehr mit einer steigenden Zahl von freien Journalisten oder Agenturen zusammen.
Entsprechend finden sich auch unter den Jobangeboten immer seltener feste Redakteursstellen bei den Verlagen selbst. Die Zukunft für Journalisten liegt zu einem großen Teil außerhalb von Redaktionen: in der Freiberuflichkeit, in Autorenbüros oder in einer Mischung aus Tätigkeiten für verschiedene Medien oder Agenturen - bei frei verhandelbaren Honoraren. Wer sich hier weiterentwickeln oder beruflich verändern will, sollte versuchen, thematisch eine Nische zu finden und sich zu spezialisieren. Es hilft zudem, seinen Marktwert zu kennen und die branchentypischen Honorare einschätzen zu können, um sich nicht unter Wert zu verkaufen. Fachmagazine und Fachportale helfen weiter.
Der Umbruch in der Medienlandschaft erfordert außerdem immer mehr den komplexen Redakteur. Weiterbildungen im Bereich Video und Online rechnen sich für Journalisten, die bisher rein im Printbereich gearbeitet haben, daher auf jeden Fall und können auch zu neuen Jobangeboten führen.
Lektorat: Vielfältige Tätigkeit - nicht nur in Verlagen
Lektoren arbeiten längst nicht nur in belletristischen Verlagen, wo sie Manuskripte sichten und auf Markttauglichkeit prüfen - auch wenn dies der Traumberuf vieler Geisteswissenschaftler ist. Im Gegenteil ist der Arbeitsmarkt hier ebenfalls zunehmend von freiberuflicher Tätigkeit bestimmt. Jobangebote für Festanstellungen sind daher selten.
Das Lektorat kann jedoch auch eine lehrende Tätigkeit sein. Lektoren unterrichten zum Beispiel Deutsch als Fremdsprache. Voraussetzung ist neben einem geisteswissenschaftlichen Studium meist ein pädagogischer Abschluss oder bei Quereinsteigern eine solche Fortbildung. Der Vorteil an dieser Tätigkeit kann sein, dass auch ein internationaler Einsatz möglich ist, der den persönlichen Horizont erweitert und wertvolle berufliche Qualifikationen mit sich bringt. An akademischen Einrichtungen richtet sich die Vergütung von Lektoren am TVöD oder den entsprechenden Tarifabstufungen für den jeweiligen Bereich aus. Im gehobenen Dienst sind hier bei höherem Dienstalter Jahresgehälter von knapp 50.000 Euro zu erreichen (E 14). Bei Non-Profit-Organisatoren ist das Gehalt für Lektoren jedoch meist niedriger.